Baroque Jazz Chamber Group

Tagesspiegel Rezension La BETTLEROPERa

Udo Badelt (Tagesspiegel.de),

Deftig muss es schon zugehen, immerhin sind wir in einer Bettleroper, französisch veredelt zu „La Bettleropera“. Die Neuköllner Oper feiert mit dieser Produktion ihr 40-jähriges Bestehen, Moritz Eggert hat die Musik geschrieben, auch Regisseur Hans Neuenfels sitzt im Publikum und guckt, was Eggert, mit dem er 2004 in Mannheim die Oper „Die Schnecke“ inszeniert hat, so treibt.

Es wird ein sperriger, widerborstiger Abend. Einer, der nicht allein Schauspiel ist, nicht Gesang, nicht Tanz, sondern von allem etwas, ein Bastard, ein stark körperbasiertes Theater, wimmelbildig, felliniesk. Ein Theater, das spürbar nicht aus Deutschland kommt, sondern vom italienischen Balletto Civile (Choreografie und Regie: Michela Lucenti), mit italienischen und deutschen Darstellern gestaltet ist und sich der Vorlage, John Gays „The Beggar’s Opera“ von 1728, auf eigenwillige Weise annimmt. Die war selbst ein Hybrid unterschiedlichster Formen, zur Weiterverarbeitung freigegeben. mehr